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Meine Huren brauchen Plüsch und Peitschen!

In den 70ern Jahren hatte ich als Journalist für ein damals bekanntes Erotik-Blatt aus Hamburg geschrieben. Hierzu erhielt ich meine eigenen Kolumne, die sich mit dem Rotlicht-Milieu beschäftigte und das Leben der Huren und ihren Zuhältern beleuchtete. Das Projekt dauerte fast zwei Jahre und ich hatte in dieser Zeit über 70 Artikel geschrieben, die augenzwinkernd und sichtlich reißerisch die Bordelle Norddeutschlands beleuchteten. Hierbei ist mir ein untypischer Fall untergekommen, bei dem eine Bordellmutter mithilfe eines Rohrstocks Ordnung und Disziplin unter den Mädchen wahrte. Der nachfolgende Artikel beschreibt eine Escort-Agentur, die heute lange nicht mehr existiert, aber mir damals dadurch auffiel, dass sie neben der üblichen Bedürfnisse männliche Kunden auch ein kleines und sichtlich ungewöhnliches Netzwerk aus bisexuellen Frauen bediente. Interessanterweise hatte ich mich dreißig Jahre später als Buchhalter für einen Nachtclub beworben, wo ich feststellte, dass die dortige Mama-San ebenfalls mithilfe der Reitgerte ihre Huren züchtigte – und diese es sich gefallen ließen. Ich werde den zweiten Bericht, den ich erst vor wenigen Jahren geschrieben hatte morgen reinstellen.

„Bist du der Tintenkleckser?“ erkundigt sich ein Minigirl mit Rettichkopf bei mir. Ich nicke und rutsche vom Barhocker. Zuhälterin Ruth hatte mich in diese Pöseldorfer Kneipe bestellt und offensichtlich das Mädchen geschickt, um mich abzuholen.

Vor der Tür steht ein kanarienvogelgelber Kleinstwagen. Wir zwängen uns in das Miniauto, und Babs, meine „Empfangsdame“, braust los. Nach einer kurzen, wilden Fahrt lenkt sie das Wägelchen in eine Toreinfahrt.

Im Halbdunkel der Garage dämmert mir, dass sie mich ganz hübsch ausgetrickst hat.

„Wo sind wir hier eigentlich?“ frage ich vorsichtig.

„Zu Hause bei Supermami“, knurrt Babs und führt mich in einen ziemlich kahlen Raum.

Supermami Ruth

Nach wenigen Minuten erscheint Ruth. Die Supermami trägt ein dunkelblaues Kostüm und füllt es an genau den richtigen Stellen aus. Wie sie so steht, die Arme in die Hüften gestützt, ist sie eine geballte Ladung an Sex-Appeal.

Supermami bittet mich in die oberen Räume. Hier ist es gemütlich und ziemlich plüschig. Das gehört wohl zum Mami-Image.

„Ja, hier ist es wie bei Muttern“, erläutert Ruth, als habe sie meine Gedanken erraten. „Das ist es, was meine Hühnchen brauchen, um sich wohl zu fühlen.“

„Und das brauchen sie auch?“ Mein Blick stößt sich an einem altertümlichen Strafbock mit Riemen. Auf einem kleinen Tisch daneben liegen Ruten, Rohrstöcke und eine geflochtene Hundepeitsche.

„Nicht nur auch, sondern vor allem“, sagt Supermami lächelnd und greift zur Whiskyflasche.

Das Telefon klingelt. Ein prüfender Blick aus den Augenwinkeln, und Ruth hebt ab. „Ja, bitte … Aber ja … Wie Sie wünschen, gnädige Frau … Babs antiquert … Zur üblichen Zeit? Wie immer ausstaffiert.“

Jetzt geht alles sehr schnell. Babs stülpt sich eine Perücke über den Rettichkopf, die im Stil der Jahrhundertwende frisiert ist, und fährt zu der Kundin. Supermami erzählt mir, was Babs dann erlebt.

Babsis Hausbesuche

In einer Villa an der Elbchaussee wird sie von einer reifen, molligen Dame empfangen.

„Da bist du ja endlich, mein Kind“, sagt sie. „Zeig deine Hausaufgaben.“

„Ich habe sie vergessen, Fräulein Oberlehrer“, gesteht Babs leise.

„Das ist ja die Höhe!“ empört sich die Mollige. „Du wirst einsehen, daß ich dich bestrafen muß. Ausziehen, und über die Bank gelegt!“

Die Mollige holt einen Rohrstock. Sie schlägt nicht hart zu. Ihr kommt es mehr auf die Situation an, als darauf, Schmerz zu erzeugen.

„Nun, ich will dir noch einmal verzeihen, wenn du recht lieb zu deiner Lehrerin bist“, keucht sie in geschraubtem Stil.

Babs will lieb sein. Sie küßt sich von den Händen aufwärts über die fleischigen Arme bis zum Mund der Gestrengten. Von da an abwärts in die Bluse, deren Knöpfe langsam von zitternden Fingern gelöst werden.

Fahrige Hände raffen den Rock und deuten auf Feuchtschimmerndes im wogenden Rosa eines altmodischen Schlüpfers. „Sieh nur, was du angerichtet hast, du schlimmes, schlimmes Kind.“

Als der rosa Schlüpfer am Boden liegt und der schwere Lehnstuhl unter dem Gewicht der „Lehrerin“ ächzt, macht sich Babs mit flinker Zunge unverzüglich an die Arbeit.

„Du süßes, schlimmes Kind!“ jubiliert die Frau. Unter dem zunehmenden Druck ihrer Schenkel gerät Babs‘ Perücke ins Rutschen. Die Mollige merkt es nicht, weil sie jetzt in einem Meer von Seligkeit versinkt.

Wenn Babs die Villa verläßt, steckt ein Hundertmarkschein in ihrem Busenausschnitt: das Trinkgeld der gnädigen Frau. Honorare werden selbstverständlich überwiesen.

„Läuft das ganze Geschäft in dieser Richtung?“ frage ich, als Supermami ihre anschauliche Schilderung über Babs „Einsatz“ geendet hat.

„Nicht ganz“, meint sie. „Gut die Hälfte der Kundinnen verzichtet auf solchen Firlefanz und braucht auch keinen Rohrstock, um sich zu vergnügen. Die amüsieren sich einfach mit den Mädchen und sind riesig nett.“

Ruth erklärt mir, daß es sich bei ihren Kundinnen meist um bisexuelle Ehefrauen handelt, die sich langweilen.

„Und was ist mit ihren Mädchen?“ bohrte ich weiter und blicke interessiert in die Richtung auf die Strafunternsilien.

„Das sind liebe, aber kaputte Typen. Sie sind alle ohne Eltern aufgewachsen“, erklärt Supermami. „Es ist so: Jede hatte ein trautes Heim. Aber die Eltern haben sich nicht um die gekümmert. Die Mädchen vermissen die mütterliche Fürsorge und Erziehung. Sie leiden nicht an Mangel, sondern an einem Übermaß an Freiheit. Zu Hause waren sie Biester. Sie provozierten, um bestraft also beachtet zu werden. Und weil ihnen das nicht gelang, hat sich das bei ihnen festgefressen.“

Supermami schaut zur Uhr und meint: „Besuch mich morgen noch mal, Tintenkleckser, ich habe einen Termin.“

Als ich in das gelbe Miniauto steige, ertönt schmerzerfülltes Geschrei in den oberen Räumen.

„Wie heißt Supermamis schreiender Termin?“ frage ich Babs.

„Das ist Jill“, erklärt sie. „Wenn die nicht jeden zweiten Tag den Hintern voll kriegt, fehlt der was!“

„Und wie ist das mit dir?“, will ich wissen.

„Wart’s ab“, knurrt der Rettichkopf und läßt den Wagen an.


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